Um einen solchen Satz weiterzudenken : das Ende der Welt ist ein Begriff ohne Zukunft« (P.Virilio) haben wir L’Écritoire als Poetiklabor kreiert.

Die Schreibwerkstatt

Unsere Gäste sind eingeladen, sich literarisch zu betätigen und darüber auszutauschen nach dem Motto: «Schreiben und Lesen nährt unseren Geist und unsere Seele und macht sie frei. »

L’écritoire bietet ein Gruppenraum für Kurse und Erwachsenbildung für 5 bis 12 Personen. Keine Vorkenntnisse erforderlich, die Gruppen treffen sich zu fortlaufenden Terminen.

Atelier d-ecriture coul

Termin für das Poetiklabor

Schreibwerkstatt

Café-philo

Die Aufklärung mit ihrer Niederlage macht, sicherlich auch aber nicht nur, unsere heutige Welt aus. Um den Satz von Paul Virilio weiterzudenken  (« Le concept de fin du monde est un concept sans avenir » (»das Ende der Welt ist ein Begriff ohne Zukunft«) oder dieser Satz von L. Wittgenstein  (»Die Ereignisse der Zukunft können wir nicht aus den gegenwärtigen erschließen. Der Glaube an der Kausalnexus ist der Aberglaube«), haben wir L’Écritoire als Poetiklabor kreiert.

Gerne können Sie Ihre Lieblingsautoren und -bücher mitbringen!

Aber Vorsicht! Schreibwerkstatt und Lesekreis sind beide sehr empfehlenswert in Kombination; am besten besucht man beide. Das einzige Risiko wäre, dass man sich zufällig oder absichtlich selbst verändert.

Der Tractatus Logico Philosophicus ist hundert Jahre alt !

Unserer Tage sind wir Menschen durch neue Technologien vernetzt. Die Welterfahrung ist im Begriff zunehmender Fragmentierung. Durch die zunehmende Fülle an Daten, ihrer Geschwindigkeit und Allgegenwart erscheint es uns, die Welt als ganze erfassen zu können. Aber es wird nicht gelingen, das zerrissene Subjekt endet in einer unendlich gewordenen Welt. Wir machen die Erfahrung, daß die neuen Technologien, die wir benutzen, unsere Weltvorstellung beeinflussen und neu strukturieren, aber auf welche Art? Können wir durch gemeinsame Lektüre geeigneter Texte zu einer Orientierung beitragen?

Durch diesen Lesekreis und Café-Philo will L’écritoire als Poetiklabor, wo das gesprochene Wort (La parole) als Gedanke Schriftform findet, hier einer Versprachlichung des Gedankens Vorschub leisten.

Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat treffen wir uns, um philosophische Texte zu lesen.

Unser Lesekreis findet jeden zweiten Dienstag ab 20:00 Uhr aus dem Haus im Kiezladen in der Dunckerstraße 14 im Prenzlauer Berg statt. Dem Kiezladen, der dies ermöglicht, gilt unser Dank.

Im Jahr 2018-2019 haben wir uns getroffen, um den Tractatus Logico Philosophicus von Ludwig Wittgenstein zu lesen. Dorthin lesen wir laut und gemainsam weiter Ludwig Wittgenstein »Philosophischen Untersuchungen«

Den zweiten Dienstag treffen wir uns in L’écritoire (pünktlich an 19:30 Uhr), wo wir  auch weiter Michel Foucault lesen möchten. Diesmal Michel FoucaultDie Ordnung der Dinge«, Les Mots et les choses). Im Jahr 2017-2018 haben wir schon auf Deutsch »Überwachen und strafen« (Surveiller et punir) gelesen.

Der Lesekreis ist, was nicht überrascht, ein Raum des Lesens, wo gemeinsam Texte gelesen und jede Frage gestellt werden kann, um Klarheit zu erhalten. So erweist es sich, daß zum Lesen und Verstehen eines philosophischen Textes ein Abschluß in Philosophie nicht unbedingt erforderlich ist.

Wenngleich Wittgensteins Tractatus, der 1918 verfaßt und 1921 veröffentlicht wurde, als schwierig und schwer zu lesen gilt, so erweist sich die gemeinsame Lektüre des Textes in unserem Lesekreis als sehr praktikables und lohnendes Unterfangen, das den Text uns Leser/innen nahebringt und durch den gemeinschaftlichen Diskurs darüber ungeahnt verständlich macht.

Und so geht es weiter mit anderen Bücher. Wir wollen uns in der Lektüre philosophischer Texte üben. Wie schreibt Ludwig Wittgenstein im Vorwort der »Philosophischen Untersuchungen« : »Ich möchte nicht mit meiner Schrift Andern das Denken ersparen. Sondern, wenn es möglich wäre, jemand zu eigenen Gedanken anregen«.

Für Michel Foucault (Die Ordnung der Dinge, Les Mots et les choses, die wir lesen wollen) ist der Mensch eine sehr neue Erfindung, und von der Frage der Identität her vermutet er, er werde recht bald wieder verschwinden: »wenn diese Dispositionen verschwänden, so wie sie erschienen sind (…), dann kann man sehr wohl wetten, daß der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand«.

Poetiklabor - Termin

Lesekreis

Seminare und Vorlesungen

Das Poetiklabor

definiert sich im Spannungsfeld von Interdiziplinarität und Interkulturalität. Literatur, Philosophie, Soziologie, Anthropologie und weitere sind aufgefordert, Kritik an uns und unserem Vorgehen zu üben. Kritik ist immer schon begrüßenswert, denn: »Worüber man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen«. Mit genau diesem Satz endet Wittgensteins Tractatus, den wir im Jahr 2018-2019 gelesen haben.

Wir aber wollen sprechen.